Südostasien 2009: Reisebericht über meinen Aufenthalt in Südostasien

Wenn ich eines in dieser Welt liebe, dann ist es das Reisen. “Reisen bildet!” – hat der große Denker Immanuel Kant einmal gesagt, wenngleich er, was ein wenig ironisch anmutet, so gut wie nie die Grenzen seiner Heimatstadt Königsberg verlassen hatte. Goethe hat in seinem Roman “Wilhelm Meisters Lehrjahre” in die gleiche Kerbe gehauen. Denn dort findet der aufmerksame Leser das schöne Zitat: “Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen!” Angeleitet von diesen beiden Koriphäen der deutschen Kultur habe ich – wie mein Bruder John – bereits so manche Reise unternommen, um meinen Horizont zu erweitern und meinen Erfahrungsschatz zu vergrößern.

Vorwiegend habe ich mich in die exotische Welt Südostasiens begeben, wo vieles doch ein wenig anders ist als in Europa. Das Ungewohnte zu entdecken, fremde Kulturen kennenzulernen, den Schritt ins Ungewisse zu wagen – das ist, wie ich denke, der beste Weg, sich selbst zu erkennen. Eingedenk der beiden Thesen von Kant und Goethe sollte demnach jeder Mensch seine knapp bemessene Zeit nutzen und versuchen, so viel Welt wie möglich zu entdecken.

Eine meiner schönsten Reisen war meine Südostasien-Reise 2009. Ich flog damals alleine nach Bangkok, wo ich meinen Freund und Reisebegleiter Lee traf. Wir reisten von Bangkok weiter nach Siem Reap. Siem Reap ist jene Stadt in Kambodscha, die den besten Zugang zu den großartigen Tempeln von Angkor bietet. Nachdem wir uns drei Tage in Bangkok aufgehalten und uns ein Bild von Bangkoks ausschweifendem Nachtleben gemacht hatten, verbrachten wir 10 Tage in Siem Reap, um Angkor Wat und die anderen großartigen Bauten der Khmer zu bewundern.

Kambodscha ist aus meiner Sicht ein tolles Reiseland. Das liegt nicht nur an den vielen Sehenswürdigkeiten, sondern auch an den vielen lieben Menschen, mit denen wir uns gut unterhielten und sehr gut verstanden. Einige Touristen scheinen allerdings nicht besonders viel von Verständigung und Offenheit beim Reisen zu halten. In Siem Reap zum Beispiel gibt es ganze Viertel, in denen alles chinesisch ist und nichts an den kambodschanischen Way of Life erinnert. In diesen Vierteln sind die Hotels chinesisch, die Restaurants chinesisch, das Personal chinesisch – und natürlich auch die Gäste.

Ich persönlich halte nicht viel von dieser Art des “Reisens”. Die Beschäftigung mit der fremden Kultur und die Verständigung mit den Einheimischen ist für meine Begriffe ein besonders wichtiger Teil vom Unterwegssein und Reisen. In ein Land zu reisen, um – abgesehen von den Angkor-Tempeln – genau das Gleiche wie in der Heimat vorzufinden, ist aus meiner Sicht nicht besonders sinnstiftend.

Nach unserem Aufenthalt in Siem Reap machten wir uns auf, mit dem Bus über Bangkok bis runter nach Kuala Lumpur zu fahren. Wie viele Stunden wir im Bus gesessen haben, weiß ich heute nicht mehr so genau. Dass es nicht gerade wenige waren, kann sich wohl jeder sehr gut vorstellen, der weiß, dass die Strecke von Siem Reap bis nach Kuala Lumpur fast 2.000 Kilometer beträgt.

Mit dem Bus von Siem Reap bis nach Kuala Lumpur

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Die Infrastruktur in Thailand ist für südostasiatische Verhältnisse enorm gut, was vor allem daran liegt, dass das buddhistisch geprägte Königreich ein massentouristisch erschlossenes Urlaubsland ist. Auch Malaysia ist relativ gut erschlossen. Vor allem die Hauptstadt Kuala Lumpur, in der Lee und ich ein paar Urlaubstage verbrachten, ist erstaunlich sauber und gepflegt. Auch wenn die Busreise von Siem Reap über Bangkok nach Kuala Lumpur sehr langatmig und strapaziös gewesen ist, haben wir sie in vollen Zügen genossen. Exotische Landschaften busfahrend zu entdecken, kann ein besonders schönes Reiseerlebnis sein.

Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur hat einige nette Sehenswürdigkeiten zu bieten und gehört mit Recht zu den schönsten Metropolen Asiens. Der Anblick der Petronas Twin Towers ist gigantisch, und auch der Blick auf die Stadt vom Fernsehturm aus ist beeindruckend. Das Nachtleben ist zwar nicht ganz so ausgelassen wie das in Bangkok. Schöne Clubs, Bars und Diskotheken haben wir allerdings auch in Kuala Lumpur ausfindig machen können.


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Tote Hose ist allerdings in Sandakan. Zumindest war das vor zwei Jahren so, als wir von Kuala Lumpur nach Sandakan flogen, um uns mit unseren Freunden Julian und Roman zu treffen und zusammen weiterzureisen. Kein Nightlife, keine Sehenswürdigkeiten, keine Abenteuer, nichts. Wir verbrachten zwei Nächte in der relativ langweiligen Stadt im Osten Malaysias, spielten Karten und tranken viel Hochprozentiges, um nachts trotz Moskitosurren gut schlafen zu können.

Von Sandakan gings weiter nach Sukau, wo wir auf diversen Bootstouren einige exotische Tiere in Augenschein nehmen wollten. Allzu viele Tiere ließen sich allerdings dann doch nicht blicken: ein paar Schlangen, ein paar Orang-Utans, ein paar bunte Vögel. Einen Elefanten oder ein ausgewachsenes Krokodil bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Dafür durften wir gekochtes Regenwasser trinken, weil nichts anderes zu bekommen war. Alles in allem ein interessantes Erlebnis, auch wenn ich das nächste Mal ins Amazonas-Delta reisen würde, um Tiere beim Tiersein beobachten zu können.

Nach Sukau war Kota Kinabalu unser nächstes Reiseziel. Das Nightlife in Kota Kinabalu ist eine ganze Ecke besser als das in Sandakan. Ferner gibt es in dieser Stadt einen sehr schönen, zum Geldausgeben einladenden Markt. Bevor wir von Kota Kinabalu nach Manila auf die Philippinen flogen, deckten wir uns mit allerlei Souvenirs und Anziehsachen ein.

In Manila angekommen, mussten wir erkennen, dass die philippinische Hauptstadt im Vergleich zu Bangkok und Kuala Lumpur so gut wie nichts zu bieten hat, weshalb Lee, Julian, Roman und ich nur zwei Tage dort blieben. Nach unserem Aufenthalt in der Megastadt brachte uns das Flugzeug nach Davao, von wo wir einen Road Trip entlang der Ostküste Mindanaos starteten. Was wir bei diesem Road Trip erlebt haben, kann hier nachgelesen werden.

Resümee: Meine Südostasien-Reise im Jahr 2009 werde ich immer in sehr guter Erinnerung behalten. Im Nachhinein betrachtet kommt es mir so vor, als hätte ich auf dieser Reise mehr gelernt als in meiner Laufbahn als Schüler bzw. Student. “Reisen bildet!” hat Kant gesagt. Wer möchte ihm schon widersprechen?

  1. Kai Yan sagt:

    Hey Melvin,

    was fuer ein Bericht ueber Sued-Ost-Asien. Du hattest wirklich eine tolle Zeit!

    Ich fand manche Museen ziemlich hart, wie z.B. die killing fields in Kambodscha. Aber auch die Seite gehoert mit dazu.

    Liebe Gruesse von KaiYan

  1. [...] wichtiger Aspekt des Reisens ist die Erweiterung des Horizonts und des eigenen Erfahrungsschatzes. Reisen bildet! – ist ein bekanntes deutsches Sprichwort. Neues zu entdecken und viele nützliche [...]

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